Sie ziehen den Schirm tief in ihr Gesicht,
ob es regnet oder nicht.
Den Blick ganz straff zu Boden,
sehen nichts da oben.
Das Grau am Abend dicht gedrängt,
ungesehen, was da im Himmel hängt.
Bunt leuchtend ohne Anlass meinend,
lieg ich im Bett, ganz still und weinend.
Schlafend geh´ich aus dem Tag,
fröhlicher Aufstand, wo ich einst lag.
Mit wenigen Worten die Kälte und Ignoranz unserer Gesellschaft zusammengefasst. Und unbeirrt, jeden Tag aufs Neue, mittendrin, lächelnd.
Eine der wenigen gereimten lyrischen Schöpfungen auf deiner Seite. Der „straffe Blick auf den Boden“ rief bei mir ungewollt eine alkoholische Assoziation hervor. Die du natürlich nicht beabsichtigt hast. Aber deine Verse nochmal in dem Kontext zu lesen hat mich zum schmunzeln gebracht. Chapeau!